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Die Notwendigkeit einer genauen Fallaufnahme beruht auf dem Ähnlichkeitsgesetz.
Bei der Wahl des homöopathischen Mittels wird die bekannte Arzneiwirkung (Arzneimittelprüfung) mit den Symptomen des Patienten verglichen.

Dies erfordert eine möglichst genaue Aufzeichnung der bestehenden Beschwerden.
Dabei sollten folgende Fragen Beantwortung finden:

Was?
An was leidet der Patient? Zum Beispiel Migräne.
Wie?
Welche Empfindung kann geäußert werden? Zum Beispiel pochende Kopfschmerzen.
Wo?
Wo befinden sich die Beschwerden? Zum Beispiel Kopfschmerzen in der Stirn.
Was bessert oder verschlimmert?
Die sogenannten Modalitäten, zum Beispiel ein Schmerz verschlimmert sich durch Berührung oder bessert sich bei Bewegung.
Wann?
Zu welcher Tages- oder Nachtzeit kommt die Beschwerde bevorzugt?
Was begleitet?
Gibt es neben der Hauptbeschwerde noch andere Symptome? Zum Beispiel Sehstörungen während Kopfschmerzen.

Psychosoziale Aspekte, Ernährungsgewohnheiten und Lebensführung fließen mit ein, um eventuelle Heilhindernisse und Krankheitsursachen zu erkennen.
Eine körperliche Untersuchung und vorliegende Facharztbefunde vervollständigen die Anamnese.

Bei der folgenden Auswertung werden die aufgezeichneten Symptome mit den Arzneimitteln verglichen. Das Mittel mit der größten Ähnlichkeit zu den geschilderten Beschwerden kommt als Einzelmittel zur Anwendung.

Samuel Hahnemann zur Fallaufnahme:
§6 des „Organon der Heilkunst“

„Der vorurteilslose Beobachter – die Nichtigkeit übersinnlicher Ergrübelungen kennend –nimmt … durch die Sinne erkennbare Veränderungen im Befinden des Leibes und der Seele, Krankheitszeichen, Zufälle, Symptome wahr, das ist Abweichung von gesunden ehemaligen Zuständen des Kranken, die dieser selbst fühlt, die die Umstehenden am ihm wahrnehmen und die er an ihm beobachtet.“